Ich bin dann mal egoistisch… oder?

Ich bin dann mal egoistisch… oder?

Eine Gratwanderung zwischen Selbstfürsorge, Selbstrespekt, Scham und dem Allgemeinwohl

Auch wenn ich den Satz „Ich bin egoistisch“ schon einen Großteil meines Lebens nutze, ist er mir seit einigen Monaten immer mehr ins Bewusstsein gerutscht, wenn ich gesagt habe: „ich bin heute mal egoistisch und mache … xyz“. Da kamen dann so Sachen wie: „ … und schreibe an meinem eigenen Blog.“, „… und nähe mir einen Rock.“ oder „ … und nehme mir diesen Tag mal frei“ (nachdem ich seit Wochen oder länger so gut wie jeden Tag der Woche inklusive Wochenende gearbeitet hatte. read more

Wir müssen nicht perfekt sein

Wir müssen nicht perfekt sein

Wir müssen nur so fühlen wie wir fühlen

Das ganze letzte Jahr war ich wie gefangen. Gefangen in einer Schleife aus Bedauern, Hoffnung und Verzweiflung. Ich hatte an einer Idee festgehalten wie sowohl der andere als auch ich und unsere Beziehung sein sollen und was ich unbedingt „brauche“. Und dieses Festhalten an einem „perfekt“ hat es mir nicht wirklich 100%ig erlaubt, das zu sehen was ist. Und auch das zu fühlen was ist.

Dann kam durch eine liebe Freundin ein Lied zu mir, dass mich durchatmen lies und wo die Tränen nochmal anders fließen konnten: You don’t need to be perfect von Nash Blackwood. read more

Armut in Beziehungen

Armut in Beziehungen

Warum Liebe nicht genug, und Beziehung und Bindung nicht das Gleiche ist.

In einem früheren Beitrag habe ich über die unterschiedlichen Gesichter von Armut geschrieben. Dabei habe ich die Armut in Beziehungen nicht direkt behandelt, sondern von der Verbindungsarmut allgemein gesprochen, die uns in Einsamkeit gefangen hält.

Ich führe viele Gespräche mit Menschen, die sich, obwohl sie Beziehungen führen (egal ob romantische oder andere Beziehungen) einsam oder alleine gelassen fühlen. Sie fühlen sich nicht gehört oder gesehen oder verstanden. Und auch persönlich kenne ich all die unterschiedlichen Emotionen, die hochkommen, wenn wir eine Beziehung zu einem anderen Menschen aufbauen, aber trotzdem irgendwas fehlt, nur zu gut. read more

Ich kann dich nicht hören

Ich kann dich nicht hören

Egal was du sagst,
egal was du tust.
Ich bin in mir gefangen.
Und finde keinen Weg hinaus.

Ich schreie,
scheinbar um mich zu beschützen.
Aber vor was?
Ich denke ich höre dich,
aber es sind nur meine Filter.

Du sagst: „Du hörst nur dein Echo“
und alles was ich höre ist,
was ich schon immer gehört habe.
Du sagst: „Du siehst mich nicht“.
und wieder höre ich nur: „Du bist nicht gut genug“.

Du siehst mich, aber das will ich nicht sehen.
Weil dann kann ich mich nicht länger verstecken,
Vor all den unangenehmen Gefühlen,
die damit einhergehen,
sich wirklich zu sehen. read more

Du, ich, man, wir

Du, ich, man, wir

Manchen von euch ist es vielleicht aufgefallen, dass ich beim Schreiben meiner Texte zu großen Teilen nicht über dich oder das sehr allgemeine „man“ schreibe. Hie und da erzähle ich eine persönliche Geschichte von mir, um persönlicher und präziser zu werden. Meist jedoch schreibe ich Beobachtungen über „uns“ – als Menschen, als Gesellschaft, als Kultur.

Das kann in manchen Menschen einen Widerstand auslösen, wenn ich über Dinge schreibe, die vielleicht einige Menschen betrifft, aber nicht genau diese Person. Und es stimmt. Dieses „Wir“ kann nie so präzise sein, dass es wirklich ausdrückt, wer damit gemeint ist und wer nicht. Dennoch ist es eine sehr bewusste Entscheidung von mir, in dieser Form zu schreiben. read more

Frosty, mein Gefriertrockner

Frosty, mein Gefriertrockner

Nicht jeder, der Frosty heißt, muss ein Schneemann sein.

„Oh cool, du hast einen Gefriertrockner! Ich hab mir auch schon über legt, mir einen Dörner oder einen Gefriertrockner zu kaufen!“ – Das oder ähnliches war eine häufige Antwort auf meinen „Familienzuwachs“, den ich auf den Impuls einer Freundin „Frosty“ genannt habe.

In den USA/Kanada ist dieses Gerät schon wesentlich weiter verbreitet – vor allem auch wahrscheinlich wegen der großen Prepper-Szene -, aber in Europa – ist es zumindest im Heimgebrauch noch nicht sonderlich bekannt. Meine Vermutung ist, dass es vor allem aufgrund der Größe und des Preises ist. Beides hat die meisten Leute sehr überrascht – mich eingeschlossen. read more

Die Gesichter der Armut

Die Gesichter der Armut

Wie wir Armut anders betrachten und neu definieren können

Auch wenn ich es als Kind manchmal glaubte, war ich nie wirklich finanziell arm. Dadurch hatte ich auch das Privileg, eine umfangreiche Ausbildung zu genießen. Dass ich aber in anderen Bereich verarmt war, hatte ich lange Zeit gar nicht begriffen. Erst schön langsam erkenne ich die unterschiedlichen Gesichter und Formen von Armut, und was sie für Auswirkungen haben. Und dass das Fehlen von etwas und das Haben von etwas anderem nicht automatisch das GefühI auslöst, arm oder reich zu sein.

Die totale Erreichbarkeit und der schleichende Verlust der Stille

Die totale Erreichbarkeit und der schleichende Verlust der Stille

„Was? Du führst mehrere Stunden täglich Gespräche mit Leuten, die auf der ganzen Welt verteilt sind?“ – Diese Worte eines guten Freundes haben mich nicht losgelassen. Auch wenn es Teil meiner Arbeit ist, wusste ich, dass ich mich mal wieder in einer Sackgasse des Lebens verlaufen hatte. Ich war im Grunde 24/7 erreichbar, und die Folgen dessen waren sichtbar. Deshalb hatte ich direkt nach Weihnachten spontan beschlossen, nach längerer Zeit mal wieder „offline“ zu gehen. Ich wollte zumindest einen Tag lang für andere nicht erreichbar sein und auch niemanden erreichen können. read more