Selbstbestimmung durch innere Arbeit und äußeres Handeln
Vive la Resistance


Selbstbestimmung durch innere Arbeit und äußeres Handeln

Wie wir Armut anders betrachten und neu definieren können
Auch wenn ich es als Kind manchmal glaubte, war ich nie wirklich finanziell arm. Dadurch hatte ich auch das Privileg, eine umfangreiche Ausbildung zu genießen. Dass ich aber in anderen Bereich verarmt war, hatte ich lange Zeit gar nicht begriffen. Erst schön langsam erkenne ich die unterschiedlichen Gesichter und Formen von Armut, und was sie für Auswirkungen haben. Und dass das Fehlen von etwas und das Haben von etwas anderem nicht automatisch das GefühI auslöst, arm oder reich zu sein.

„Was? Du führst mehrere Stunden täglich Gespräche mit Leuten, die auf der ganzen Welt verteilt sind?“ – Diese Worte eines guten Freundes haben mich nicht losgelassen. Auch wenn es Teil meiner Arbeit ist, wusste ich, dass ich mich mal wieder in einer Sackgasse des Lebens verlaufen hatte. Ich war im Grunde 24/7 erreichbar, und die Folgen dessen waren sichtbar. Deshalb hatte ich direkt nach Weihnachten spontan beschlossen, nach längerer Zeit mal wieder „offline“ zu gehen. Ich wollte zumindest einen Tag lang für andere nicht erreichbar sein und auch niemanden erreichen können.

Warum die meisten Strategien da draußen für viele nicht funktionieren.

Bei all den Aussagen zum "Herzensbusiness" hören wir oft, dass wir das, was wir richtig gerne tun zu unserem Beruf oder Business machen sollen. Diese Botschaft ist jedoch mit sehr viel Vorsicht zu genießen. Aber warum?

Die letzten Tage war ich gefangen in einer Blase. Alles hat sich schwer angefühlt. Ich konnte nicht mehr spüren, warum ich mir all den Aufwand eigentlich antue. Die kleinste Aufgabe hat mir unendlich viel Energie gekostet. Ich wollte mich einfach nur verkriechen und aufgeben.

Im Zuge eines Blogging Events von Judith Peters, dem Blogtoberfest, wurde ich mit der Idee konfrontiert, einen „persönlichen“ Blogbeitrag zu schreiben, in dem ich eine Art bucket-list (eine „to-want“ Liste) für das nächste Quartal aufliste und warum.
Sie lädt dabei ein, statt einer „to-do“-Liste eine „to-want“-Liste zu schreiben, was ein spannender Ansatz ist, unser Hirn neu zu verkabeln. Ich rede oft davon, wie ausschlaggebend es ist, welche Worte wir nutzen, weil sie Auswirkungen darauf haben, wie wir uns tatsächlich fühlen. Und dennoch ist da so ein komisches Gefühl. Als würden wir nur das ganze schönreden, aber an der Wurzel nichts ändern. Je mehr ich mich mit der Frage jedoch auseinander gesetzt habe, wurde aus der „to-want“-Liste eine „want“- und dann eine Wunsch-Liste.
Es nimmt den Druck heraus, irgendwas erledigen zu müssen. Es ist im Grunde das, was ich ohne Struktur oder Namen schon die ganze Zeit mache, nur bisher nie hier veröffentlicht habe.

So einige in dieser Coaching Szene präsentieren sich auf die eine oder andere Form als Superstar. Sie haben riesen Events, die mehr einem Spektakel gleichen als einer tiefen Begegnung auf menschlicher Ebene. Sie suggerieren uns, dass wenn wir Menschen in welcher Form auch immer dabei begleiten wollen, dass es ihnen besser geht, dann müssen wir das anstreben was diese "Super-Coaches" leben.

Ich kann Raum halten am Besten damit beschreiben, den Fokus zu halten und darauf zu achten, wo Menschen gerade stehen, was evtl. gerade benötigt wird, und wie die Stimmung oder Energie im Miteinander gerade ist.

"Es braucht mehr starke Frauen-zeigt euch". Das oder so ähnlich war ein Beitrag auf Threads von Maxim Mankevich vor einiger Zeit. Eigentlich mit guter Intention, Frauen unterstützen zu wollen. Sollte man(n) meinen. Und ja, es war definitiv gut gemeint, und dennoch treten auch hier immer mehr Nuancen auf.