Alle sagen "geh' deinen Weg", aber wo ist dieser Weg? Wer kennt ihn? Und wessen Weg ist es wirklich?
Wer kennt den Weg?


Alle sagen "geh' deinen Weg", aber wo ist dieser Weg? Wer kennt ihn? Und wessen Weg ist es wirklich?

Seit 2018 bin ich Selbständig. Wirklich so fühlen tue ich mich aber erst seit wahrscheinlich 1-2 Jahren. Und seitdem erkenne ich auch langsam immer mehr, wie meine Begeisterung, mit der ich ursprünglich in die Sache hineingegangen bin gestorben ist in dem Moment, wo ich etwas draus machen wollte. Wo es nicht mehr ausgereicht hat, dass ich Freude daran hab, etwas zu tun, sondern wo es einem Zweck dienen sollte. Wo es Geld machen sollte. Wo es potentielle Kunden anziehen sollte. Kurz, wo ich es nicht mehr für mich gemacht habe.

Vor fast zwei Jahren hatte ich den spontanen, verrückten Impuls, dass ich noch ein weiteres Tiny House auf mein Grundstück stellen mag, und die sofort finden muss, weil es danach wahrscheinlich nie wieder so ein Angebot geben wird…
Ich hatte davor eine andere Hütte im Auge gehabt, die dann aber nicht mehr verfügbar war, weshalb ich online auf die Suche nach einem gebrauchten Hüttchen ging. Im Grunde findet man dort eigentlich ständig die unterschiedlichsten Holzhütten entweder gratis oder billig zum Selbstabbau. Was einem diese Anzeigen aber nicht sagen ist, was da noch so dahintersteht an versteckten Kosten.

Als Schriftstellerin, vor allem als eher unerfahrene Schriftstellerin, frage ich mich ständig: Was weiß ich eigentlich, worüber ich schreiben kann? Vor allem das Zitat "Schreibe, was du weißt", das ich irgendwie stark mit dem Film "Never been kissed" verbinde, führt mich tiefer in diese Frage.

Jeder sagt, das Haus bauen anstrengend ist und viel Zeit und Geld kostet. Und wahrscheinlich jeder unterschätzt es dennoch. Und vor allem: Es ist völlig egal, wie klein oder groß das Haus ist. Der Aufwand ist so gut wie immer höher.

Nach den Vorbereitungen und dem Zubau der neuen Räume ist mein Haus leider noch lange nicht fertig. Nach einer weiteren Pause von etwa 3-4 Wochen war es endlich so weit: Ich bekam ein Dach überm Kopf!

"Wie kann ich jemals jemandem vertrauen, wenn ich betrogen worden bin?" Das ist eine Frage, die wir uns alle irgendwann im Leben stellen. Entweder bewusst oder unbewusst. Und wie ich beobachtet habe, hat diese Frage viele verschiedene Facetten.

Orientiert am ursprünglichen Gebäude sollte auch der Zubau mit kreuzverleimten Vollholzplatten passieren. Da aber nicht genug Platz war, auch strohgedämmte Wände zu nutzen, haben wir stattdessen dickere Holzplatten gewählt. Und das bedeutet in dem Fall 18cm dick! Wenn man so eine Platte schneiden will, braucht man eine so große Kreissäge, dass zumindest ich sie fast nicht tragen kann.

Das ursprüngliche Haus, das ich vor nicht ganz zwei Jahren gekauft hatte, war zwar als Modulhaus geplant, aber nur mit den zwei ursprünglichen Modulen, die auseinander genommen und wieder zusammengebaut werden konnten. Jeglicher weitere Ausbau war nicht vorgesehen. Dementsprechend waren so einige Aufgaben notwendig, um den Zubau vorzubereiten.

Bald sind es schon 2 Jahre her, dass ich in mein neues Tiny House eingezogen bin. Eigentlich noch immer eine Baustelle, weil ich kein Badezimmer habe, und der geplante Zubau erst jetzt so richtig anläuft. Dennoch nehme ich mir jetzt endlich mal die Zeit zu einer ersten Reflexion zum Leben im neuen Tiny House.